75 Jahre Winnicott Institut
PSYCHOANALYSE IN BEZIEHUNG – MUT ZUR ZUKUNFT.
Symposium zum 75-jährigen Jubiläum
Fr. + Sa. | 28. – 29. Aug. 2026
75 Jahre Winnicott Institut
Symposium zum 75-jährigen JubiläumFr. + Sa. | 28. – 29. Aug. 2026
Psychoanalyse in Beziehung.
Mut zur Zukunft.
Dass etwas, das in die Welt gekommen ist, bleiben kann, mag Glück oder Zufall sein – oder, im Sinne Winnicotts, das Resultat ausreichend guter Arbeit, befreit von kindlichen Illusionen von Allmacht und Grenzenlosigkeit.
Mit der Gründung im Jahr 1951 begann eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit psychoanalytischem Denken und Handeln, die sich stets im Spannungsfeld von Bewahren und Weiterentwickeln bewegt. Weiterentwicklung auch im Sinne eines stetig gewachsenen Instituts, in dem wir neben der Gründung des Instituts vor 75 Jahren ebenso 30 Jahre Trennungs- und Scheidungsberatungsstelle, 20 Jahre Babyambulanz, 17 Jahre Medizinisches Versorgungszentrum sowie
7 Jahre Hannoversches Institut für Psychotherapie im Winnicott Institut (HIP-WI) feiern wollen.
Heute zeigt sich diese Spurensuche ebenso wie das Spurenlegen zu neuen Verzweigungen psychodynamischen Denkens unter veränderten institutionellen Bedingungen: Aktuell vor dem Hintergrund einer Reform, die die Bedingungen psychodynamischer Weiterbildung grundlegend verändert und teilweise infrage stellt.
Psychoanalytisches Wissen fördert die Emanzipation des Einzelnen ohne Negation des Sozialen und eröffnet damit einen Denkraum, im Individuum wie in der Gesellschaft und schützt damit gleichsam die Demokratie. Die Arbeit mit Erwachsenen ebenso wie mit Kindern und Jugendlichen bleibt der Theorie des Subjekts verpflichtet, der der Andere wie das fremde Andere im Eigenen, immanent ist. Diese Intersubjektivitätsperspektive befähigt dazu, innere und äußere Konflikte in ihrem unhintergehbaren Ineinanderwirken zu verstehen.
Über unsere Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung, Behandlung, Beratung und Forschung wollen wir gemeinsam in Hinblick auf unsere Zukunft in einer menschenwürdigen Gesellschaft reflektieren.
Ca. 20 Fortbildungspunkte (Akkreditierung ist beantragt).
Vorträge
aus der Praxis
Arbeitsgruppen/Workshops
Einblicke, Ausblicke und
Selbsterfahrung…..
Get Together
Seien Sie dabei!
Tagungsfest am 29. August. 2026
Wir feiern Jubiläum!
Über unsere Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung, Behandlung, Beratung und Forschung wollen wir gemeinsam in Hinblick auf unsere Zukunft in einer menschenwürdigen Gesellschaft reflektieren.
Der Veranstaltungsflyer steht hier für Sie zum Download bereit.
Tagungsbeiträge
Tagungsunterlagen, Getränke, Mittagessen und Snacks sind im Teilnehmendenbeitrag enthalten.
Der Early Bird-Tarif gilt bis zum 30. Juni 2026.
Teilnahmegebühren
Early Bird / Standard- Berechtigt zur Teilnahme am gesamten Symposion, exklusive Tagungsfest.
Teilnahmegebühren
Early Bird / Ermäßigt- Ermäßigter Preis für Studierende und Ausbildungsteilnehmende, mit Nachweis.
Eintritt/Tagungsfest
Standard / Ermäßig- Teilnahme Tagungsfest am 29. August 2026, ab 19 Uhr, Court Yard (Getränke/Essen inklusive).
Veranstaltungsorte
Tagungsort: Court Yard I Arthur-Menge-Ufer 3 I 30169 Hannover
Workschops und Tagungsfest: Winnicott Institut I Geibelstr. 104 I 30173 Hannover
Veranstaltungsorte
Tagungsort:
Court Yard
Arthur-Menge-Ufer 3
30169 Hannover
Workschops und Tagungsfest:
Winnicott Institut
Geibelstr. 104
30173 Hannover
Mehr Infos
Bei zusätzlichen Anfragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Programm
Freitag | 28. Aug. 2026
Ab 14:30 Uhr
Get Together – Tagungsakkreditierung
15:30 Uhr
Eröffnung | Vorstellung des Tagungsprogrammes
Dr. phil. Nele Reuleaux | Dr. phil. Christoph Müller
16:30 –17:30 Uhr
75 Jahre Winnicott Institut Hannover: Psychodynamisches Handeln im Spannungsfeld von Bewahren und Weiterentwickeln
Renate Engelhardt-Tups | Kurt Brylla
17.30 –17.45 Uhr | Pause
17:45 –19:15 Uhr
Vortrag I Psychotherapie mit vernachlässigten Kindern
Prof. Dr. med. Kai von Klitzing, Universitätsklinikum Leipzig
Abstract: Vernachlässigung und emotionale Misshandlung stellen die bei weitem häufigsten Formen von Kindesmisshandlung dar. Werden diese Misshandlungsformen in der breiten Öffentlichkeit nur wenig beachtet, so bekommen wir es jedoch in der therapeutischen Arbeit mit Kindern sehr oft mit den äußeren und inneren Folgen von Vernachlässigung zu tun. Ausgehend von neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Vernachlässigungsfolgen und Fallbeispielen aus unserem manualisierten Behandlungsprogramm werden wesentliche Charakteristika des inneren emotionalen Erlebens von vernachlässigten Kindern dargestellt und daraus Prinzipien für die psychoanalytisch fundierte Behandlung abgeleitet. Dabei wird auf die Indikationsstellung, typische Übertragungs- und Gegenübertragungskonstellationen sowie auf Deutungsmöglichkeiten eingegangen.
Samstag | 29. Aug. 2026
Ab 9:00 Uhr | Kaffee und Ankommen
09:30 –11:00 Uhr
Vortrag | Mentalisieren mit Jugendlichen und ihren
Familien – ein evidenzbasierter Ansatz zur Prävention von Persönlichkeitsstörungen
Prof. Dr. phil. Svenja Taubner, Universitätsklinikum Heidelberg
Abstract: Persönlichkeitsstörungen entwickeln sich in der Adoleszenz und in der Fachwelt besteht Konsens, dass eine frühe Diagnose das Risiko einer Chronifizierung erheblich senkt. Im Vortrag werden die aktuellen Forschungsergebnisse zum Verlauf von Persönlichkeitsstörungen und damit einhergehende psychosoziale Einschränkungen bei Adoleszenten vorgestellt. Zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen werden bei Erwachsenen wie bei Jugendlichen störungsspezifische Therapieansätze dringend empfohlen. Eine störungsspezifische und evidenzbasierte Therapie für Persönlichkeitsstörungen ist die Mentalisierungsbasierte Therapie. Bei Adoleszenten hat sich neben den Einzelgesprächen eine flankierende Familientherapie und Elternarbeit bewährt. In der Darstellung der praktischen Anwendung werden Besonderheiten in der Therapie mit aggressiven und selbstverletzenden Jugendlichen herausgearbeitet. Im Ausblick werden neue Ansätze für modularisierte Therapien vorgestellt, die therapieschulenübergreifend auf spezifische Probleme im Persönlichkeitsfunktionsniveau bei Adoleszenten fokussieren.
11:00 –12:30 Uhr
Vortrag | Grundannahmen der psychodynamischen (Kinder- und Jugendlichen-) Psychotherapie unter Druck
Dr. phil. Christoph Müller, Winnicott Institut Hannover
Abstract: In nicht manualisierten Psychotherapieverfahren kommt den Grundannahmen der Psychotherapeut*innen eine besondere handlungsorientierende Bedeutung zu. Die Grundannahmen moderner psychodynamischer (Kinder- und Jugendlichen-) Psychotherapien bleiben dabei häufig implizit. Der Vortrag macht sie explizit, darunter die Bedeutung innerer und äußerer Beziehungen, den lediglich graduellen Unterschied zwischen psychisch „krank“ und „gesund“, einschließlich der Grundkonstitution des Menschen als konfliktbeladenes Wesen aufgrund des dynamischen Unbewussten, das sich von Anbeginn des Lebens bildet. Thematisiert werden zudem die Funktion und der gute Grund von Symptomen, die Bedeutung des kindlichen Spiels sowie die Vorrangstellung emotionaler Erfahrungen gegenüber rein kognitiven Erkenntnissen in der Psychotherapie.
Gleichzeitig werden aktuelle gesellschaftliche und institutionelle Entwicklungen diskutiert, die diese Grundannahmen zunehmend unter Druck setzen. Dabei werden sowohl die daraus resultierenden Herausforderungen für psychodynamische Verfahren reflektiert als auch eine Haltung entwickelt, die das psychodynamische Selbstverständnis stärkt und verteidigt.
12:30 –13:30 Uhr | Mittagessen
14:00 –15:30 Uhr
Workshops im Winnicott Institut:
Workshop 1 | „Emerging Adulthood“ zwischen Aufbruch und Unsicherheit: Gruppentherapie mit jungen Erwachsenen im Übergang zwischen KJP und PP
Janina Mesenbring | Sônia Kraft
Workshop 2 | Kinder im Trennungsgeschehen der Eltern.
Zur Arbeit der Beratungsstelle im Winnicott Institut
Kathrin Wieberneit
Workshop 3 | Was macht HIP-WI? – Psychodynamische Psychotherapie mit Erwachsenen
Dr. phil. Anna Kleinspehn-Ammerlahn |Dr. med. Detlef Bartschies
Workshop 4 | 20 Jahre Babyambulanz im Winnicott-Institut Hannover: Einblicke in die bifokale Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie – ein leibhaftiges Miteinander
Sigrid Schrage
Workshop 5 | Prävention psychodynamisch gedacht – Erfahrungen aus den Eltern-Kind-Gruppen SPROSSE am Winnicott-Institut
Janna Zieb
Workshop 6 | Studieren und Forschen am Winnicott-Institut –
Einblick in das Projekt „Psychodynamische Psychotherapie im digitalen Zeitalter“
Prof. Dr. phil. Lalenia Zizek
16:00 –16:30 Uhr | Pause mit Kaffee und Kuchen
im Courtyard
16:30 –18:00 Uhr
Vortrag | Präventiver Kinderschutz in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Prof. Dr. med. Sibylle M. Winter, Charité Berlin
Abstract: Die Epidemiologie und Definitionen von verschiedenen Formen von Gewalt und Vernachlässigung werden dargestellt. Anhand von wissenschaftlichen Studien kann belegt werden, dass Erfahrungen von Gewalt und Vernachlässigung das Risiko für die psychische und körperliche Gesundheit über die gesamte Lebensspanne erhöhen.
Um dem entgegenzuwirken, sollte in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie die Anamnese zu den Themen Gewalt und Vernachlässigung zum klinischen Standard gehören. Dies ermöglicht bei akuten Gefährdungen die Reduktion von Gewalt und Vernachlässigung und bei vergangenen Erfahrungen die leitliniengerechte Behandlung.
Nach dem Bundeskinderschutzgesetz sind auch wir als Psychotherapeut*innen verpflichtet, bei V.a. gewichtige Anhaltspunkte von Kindeswohlgefährdung mit den Bezugspersonen darüber zu sprechen und Unterstützung anzuregen. Wenn die Abwendung der Kindeswohlgefährdung mit psychotherapeutischen Mitteln nicht in ausreichendem Maße möglich ist, dann ist das Jugendamt zu informieren. Angestrebt werden sollte die Information des Jugendamtes im Einverständnis der Sorgeberechtigten, es ist jedoch auch ohne Einverständnis der Sorgeberechtigten erlaubt. Dabei sollte auf ausreichende Partizipation des Kindes/Jugendlichen geachtet werden. Eine besondere Herausforderung stellt in diesem Zusammenhang der Schutz der therapeutischen Beziehung dar. Zudem ist seit dem G-BA Beschluss für jede Psychotherapeutische Praxis ein Schutzkonzept im Rahmen der Qualitätssicherung vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass die Praxis sowohl Kompetenzort als auch Schutzort ist. Dies schließt auch intrainstitutionellen Kinderschutz mit ein.
18:00 Uhr –18:30 Uhr
Abschluss und Ausblick
Ab 19:00 Uhr
Tagungsfest mit Buffet und Tanz im Winnicott Institut